Jäh werden wir aus dem Schlaf gerissen. Ungläubig starren wir auf die Uhr und stellen fest, dass es Sonntag Morgen 02:40 Uhr ist.
Wenn um diese Zeit das Telefon klingelt, verheisst es meistens nichts Gutes.
Es war mein Sohn, der aus den USA anruft um uns zu informieren, dass ein Tornado über sein Wohngebiet hinweggezogen wäre.
Der Tornado hätte sich mit diesem unverkennbaren Pfeifen angemeldet, gefolgt von einem ohrenbetäubenden Krachen, Ächzen und bis ins Mark gehende Geschrei der Menschen. Er konnte sich nur mit Mühe an der WC-Schüssel festhalten um zu verhindern, dass ihn der Tornado mit in die Höhe riss.
Als dann der ganze Spuck vorbei war und es wieder etwas ruhiger wurde, traute er sich vorsichtig aus dem Bad hinaus ins Freie um nachzuschauen was geschehen war.
Er konnte es kaum glauben. Wie eine Insel stand sein Haus inmitten eines Meers der Verwüstung. Zwar stark beschädigt, doch wurde niemand von seiner Familie verletzt. Die gesamte Nachbarschaft war wie weg radiert. Nur mehr einige wenige Fundamente zeugten davon, dass es hier einmal ein stark bewohntes Quartier gegeben haben muss.
Inzwischen haben die Rettungskräfte die Suche aufgenommen, denn immer noch werden 2 kleine Mädchen vermisst. Es wird angenommen, dass sie diesen Sturm nicht überlebt haben.
„Ich muss jetzt auflegen“ sagte mein Sohn noch kurz, „denn wir haben hier keinen Strom und kein Wasser, sind praktisch von der Umwelt abgeschlossen und der Akku von meinem Handy ist ebenfalls fast erschöpft“.
Eine Bitte hätte er aber noch. „Bitte bete für uns, dass keine weiteren Tornado’s mehr kommen.“ Sie hätten grosse Angst davor.






